Payment for Order Flow – Verbot ab 2026!

Das wichtigste in Kürze

⚠️ Hinweis: Dies ist keine Finanzberatung. Die folgenden Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und stellen keine Empfehlung für Investitionsentscheidungen dar. Du bist selbst für deine Anlageentscheidungen und die damit verbundenen Risiken verantwortlich. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben.

Was ist der Payment for Order Flow?

Der Payment for Order Flow (PFOF) beschreibt ein Modell, bei dem Broker wie z.B. Trade Republic Aufträge nicht selbst ausführen, sondern an Handelsplätze oder sogenannte Market Maker weiterleiten. Diese zahlen dem Broker eine Art „Provision“ dafür, dass die Aufträge über sie abgewickelt werden.

Wie funktioniert Payment for Order Flow?

Beispiel:

Trade Republic arbeitet ausschließlich mit Lang & Schwarz Exchange zusammen. Scalable Capital hingegen nutzt Gettex und Xetra.

Diese Provisionen machen es möglich, dass Broker geringe oder sogar keine Transaktionsgebühren erheben. Es gilt mitunter als Haupt-Einkommensquelle von Neo-Brokern. Gleichzeitig profitieren Kleinanleger von niedrigen Einstiegshürden und kostenlosen ETF-Sparplänen. 

Der Spread bezeichnet die Differenz zwischen dem Kauf- (Briefkurs) und dem Verkaufspreis (Geldkurs) eines Wertpapiers. Market Maker verdienen an dieser Differenz.

    • Briefkurs (Ask-Preis): Der Preis, zu dem ein Wertpapier verkauft wird.

    • Geldkurs (Bid-Preis): Der Preis, zu dem ein Anleger ein Wertpapier kauft.

    • Je kleiner der Spread, desto günstiger ist der Handel für dich!

Wer als Anleger ein Wertpapier kaufen möchte, bekommt den (stets etwas höheren) Briefkurs angezeigt, als Verkäufer den (etwas niedrigeren) Geldkurs.

Ein Market Maker stellt laufend Kauf- und Verkaufskurse für Wertpapiere bereit und sorgt so für Liquidität am Markt. Er verdient Geld über die Spreads und kann durch PFOF-Zahlungen mit Brokern kooperieren.

  • Beispiel: Lang & Schwarz ist ein Market Maker, der Aufträge von Trade Republic verarbeitet.
  • Ziel: Sicherstellen, dass Kauf- und Verkaufsaufträge jederzeit ausgeführt werden können.

Welche Broker nutzen derzeit PFOF?

Nicht nur Neobroker arbeiten mit diesem System. Auch konventionelle Online Broker machen hiervon Gebrauch und generieren dadurch zusätzliche Einnahmen.

Kritik an PFOF

Interessenkonflikt

Broker könnten Aufträge nicht zum besten Preis, sondern zum lukrativsten Handelsplatz weiterleiten. Da Broker durch das Weiterleiten von Aufträgen an bestimmte Handelsplätze Geld verdienen, könnten sie dazu verleitet werden, nicht unbedingt den besten Preis für den Anleger, sondern den lukrativsten Handelsplatz für sich selbst auszuwählen.

Das kann dazu führen, dass die Order nicht optimal ausgeführt wird und der Anleger möglicherweise schlechtere Konditionen erhält.

Versteckte Kosten durch Spreads

Niedrige oder gar keine direkten Ordergebühren klingen attraktiv, doch das bedeutet nicht automatisch, dass der Anleger den besten Preis bekommt. Der eigentliche Kostenfaktor liegt oft in den Spreads (der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis).

Wenn ein Handelsplatz höhere Spreads hat, kann das den Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers indirekt verteuern. Dadurch entstehen versteckte Kosten, die den vermeintlichen Kostenvorteil wieder aufheben können.

Einfluss der Handelszeiten auf die Kosten 

Während der offiziellen Börsenzeiten (9:00 – 17:30 Uhr) gibt es oft mehr Liquidität, da viele Marktteilnehmer aktiv sind.

Dadurch sind die Spreads meist kleiner und die Preise für Käufer und Verkäufer fairer. Außerhalb dieser Zeiten, insbesondere in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, ist das Handelsvolumen geringer.

Market-Maker verlangen in dieser Zeit oft höhere Spreads, um sich gegen mögliche Kursschwankungen abzusichern. Dadurch können Anleger beim außerbörslichen Handel höhere Kosten tragen.

Was kannst Du tun?

PFOF-Verbot ab 2026

Ab 2026 wird Payment for Order Flow (PFOF) in der EU verboten. Die EU-Kommission argumentiert, dass dieses Modell zu einem potenziellen Interessenkonflikt führt:

Broker könnten Orderaufträge nicht zum bestmöglichen Preis, sondern an Handelsplätze weiterleiten, die ihnen die höchsten Rückvergütungen zahlen.

Mögliche Konsequenzen für Trade Republic & Co.

Da einige Neobroker stark auf das PFOF-Modell setzen, werden diese gezwungen sein, eine neue Strategie zu entwickeln, um auch nach 2026 wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ob dies durch höhere Gebühren, neue Premium-Dienste oder alternative Handelsplatzmodelle geschieht, bleibt abzuwarten.

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