17 Nachteile von Trade Republic

Trade Republic hat sich als einer der beliebtesten Neo-Broker in Deutschland etabliert – vor allem wegen seiner niedrigen Gebühren und der benutzerfreundlichen App. Doch ist wirklich alles so vorteilhaft, wie es auf den ersten Blick scheint? Wir zeigen dir die wichtigsten Nachteile, die du vor der Nutzung unbedingt kennen solltest.

Plus: Am Ende natürlich auch mögliche Alternativen!

Nachteile in Kürze

1. Begrenzte Handelsplätze

Trade Republic ermöglicht den Handel ausschließlich über die Lang & Schwarz Exchange (LSX). Gerade in volatilen Marktphasen könnten ungünstige Spreads oder schlechtere Orderausführungen auftreten, da Du auf die Kursstellung eines einzigen Anbieters angewiesen bist. Andere Broker bieten dagegen oft den Zugang zu mehreren Börsenplätzen.

2. Eingeschränkte Produktpalette

Trade Republic bietet zwar eine Auswahl an Aktien und über 2000 ETFs, die für viele Einsteiger ausreichen mögen, doch im Vergleich zu anderen Brokern bleibt das Angebot deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Das ETF-Sortiment beschränkt sich hauptsächlich auf Produkte von Anbietern wie iShares und WisdomTree, sodass Anleger, die spezialisierte ETFs oder eine größere Auswahl suchen, schnell an ihre Grenzen stoßen könnten. Zudem fehlen aktiv gemanagte Fonds und Anleihen komplett, was für viele Investoren eine erhebliche Einschränkung darstellt. Auch wenn Derivate und über 50 Kryptowährungen verfügbar sind, bleibt das gesamte Produktangebot insgesamt eher limitiert und wenig flexibel. 

3. Versteckte Spreads und Payment for Order Flow

Beim Handel über Trade Republic können versteckte Kosten durch Spreads entstehen, die eng mit dem Payment for Order Flow (PFOF)-Modell zusammenhängen.

Bei diesem Modell werden Orders nicht direkt an Börsen weitergeleitet, sondern an Market Maker von Hedgefonds, die als Gegenpartei agieren. Dies kann zu schlechteren Kursen und höheren Spreads führen, da diese Institutionen die Orders zu ihren eigenen Konditionen ausführen.

Besonders außerhalb der Handelszeiten oder bei geringer Liquidität, wenn Orders über Handelsplätze wie Tradegate laufen, können die Spreads ungünstiger ausfallen.

Studien haben zwar gezeigt, dass Trader mit den Spreads von Lang & Schwarz im Vergleich zu anderen Börsen im Vorteil sind, jedoch sind diese Spreads nicht immer konstant und können bei starken Schwankungen deutlich schlechter werden.

In Zeiten hoher Volatilität kann es passieren, dass Orders nicht ausgeführt werden oder es zu extrem hohen Spreads und verzögerten Ausführungen kommt. Diese zusätzlichen Kosten durch das PFOF-Modell sind also ein entscheidender Nachteil für Trader, die auf schnelle und günstige Ausführungen angewiesen sind.

4. Kein Telefon-Support

Trade Republic verzichtet auf eine Hotline – Support gibt’s nur per Mail oder In-App-Nachricht. Das kann in vielen Fällen ausreichen, doch Nutzer berichten, dass Antworten manchmal auf sich warten lassen. Gerade bei technischen Problemen oder dringenden Transaktionen wäre eine schnellere Erreichbarkeit wünschenswert.

Stattdessen hilft oft nur der Chatbot, der nicht immer die beste Lösung bietet. Wer Wert auf persönlichen Support per Telefon legt, sollte das im Hinterkopf behalten.

5. Technische Probleme & App-Ausfälle

Nutzer berichten immer wieder von Ausfällen oder Einschränkungen der Trading-App, besonders bei hoher Marktvolatilität oder starker Nutzeraktivität. Serverüberlastungen, Wartungsarbeiten oder Verbindungsprobleme können die Orderausführung verzögern. Auch bei der SMS-Verifizierung oder dem Anmeldeprozess gab es vereinzelt Probleme.

In solchen Fällen können Kauf- oder Verkaufsaufträge möglicherweise nicht rechtzeitig ausgeführt werden. Der fehlende telefonische Support unterstützt diesen Nachteil nochmals. 

6. Keine Desktop-Version

Trade Republic ist primär als Mobile-Only-Broker konzipiert. Eine vollwertige Desktop-Plattform fehlt, sodass Trader auf ihre Smartphones angewiesen sind. Das erschwert insbesondere Vieltradern oder Nutzern mit komplexen Handelsstrategien die Übersicht und Handhabung ihrer Investments.

7. Begrenzte Einlagensicherung

Dein Geld ist bei Trade Republic bis zu 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Anders als viele traditionelle Banken bietet Trade Republic jedoch keine freiwillige Zusatzsicherung. Ein Teil der Guthaben wird zudem in Geldmarktfonds geparkt, die nicht unter die Einlagensicherung fallen.

Das bedeutet: Sollte Trade Republic oder die Partnerbank insolvent gehen, wäre Dein Kontoguthaben bis zu 100.000 Euro abgesichertABER das Geld in den Geldmarktfonds nicht.

Diese Fonds unterliegen Marktschwankungen und könnten im Ernstfall an Wert verlieren, was zu möglichen Verlusten führen kann.

8. Langsame Orderausführung

Viele Nutzer berichten von Verzögerungen bei der Orderausführung. Das bedeutet, dass Gutschriften aus Verkäufen oft erst Stunden später verbucht werden. In volatilen Marktphasen kann das zu finanziellen Nachteilen führen, insbesondere wenn schnelle Umschichtungen erforderlich sind.

9. Eingeschränktes Krypto-Trading

Trade Republic ermöglicht den Handel mit Kryptowährungen rund um die Uhr, doch die Funktionen sind begrenzt. Fortgeschrittene Trader bemängeln das Fehlen von Limit-Orders, Stop-Loss-Funktionen und anderen Handelsoptionen, die für eine gezielte Strategie wichtig sind.

Zudem können gekaufte Coins nicht in externe Wallets übertragen werden – sie bleiben treuhänderisch bei einem Partnerunternehmen.

Das bedeutet: Volle Kontrolle über Deine Krypto-Bestände hast Du nicht, was insbesondere für langfristige Anleger oder aktive Trader ein wichtiger Faktor sein kann.

10. Keine Dynamisierung der Sparrate

Sparpläne sind zwar verfügbar, doch Trade Republic bietet keine automatische Erhöhung der Sparraten. Das bedeutet, dass Du Deine Sparbeträge nicht flexibel an steigende Einkünfte oder Inflation anpassen kannst, was langfristig zu geringeren Investmentsummen führen kann.

11. Kein Daytrading & Scalping

Trade Republic richtet sich an langfristige Anleger und bietet keine Möglichkeiten für Daytrading oder Scalping.

Fortgeschrittene Orderarten wie OCO (One Cancels the Other – eine Orderkombination, bei der eine Order automatisch storniert wird, sobald die andere ausgeführt wird) oder Trailing Stops fehlen.

Ebenso wie der Handel mit kurzfristigen Positionen wie CFDs (Contracts for Difference – Derivate, mit denen Trader auf Kursbewegungen spekulieren, ohne den zugrunde liegenden Vermögenswert zu besitzen).

Es gibt lediglich Markt-, Limit- und Stop-Orders, was für aktive Trader nicht ausreicht. Auch ein Demokonto zur risikofreien Strategieentwicklung fehlt.

Während Scalper auf schnelle Kauf- und Verkaufstransaktionen setzen, um kleinste Kursbewegungen auszunutzen, fokussiert sich Trade Republic auf langfristiges Investieren – etwa durch kostenlose Sparpläne und Zinsen auf nicht investierte Einlagen. Wer aktiv traden will, sollte sich daher nach einer anderen Plattform umsehen.

12. Kein Demokonto

Bei Trade Republic gibt es leider keine Option, die App vorab kostenlos zu testen. Ohne eine solche Testversion muss man direkt mit echtem Geld investieren, was für Einsteiger eine zusätzliche Hürde darstellen kann. Zudem fehlt die Möglichkeit, verschiedene Strategien im Voraus auszuprobieren, um herauszufinden, welche am besten funktioniert. 

13. Kein direkter Zugang zu US-Börsen

Obwohl US-Aktien handelbar sind, gibt es keinen direkten Zugang zu US-Börsen wie NYSE oder NASDAQ. Alle Orders werden über Lang & Schwarz abgewickelt, was bedeutet, dass Du nicht von den originalen US-Handelszeiten oder Kursstellungen profitieren kannst.

14. Keine automatische Wiederanlage von Ausschüttungen

Trade Republic bietet keine automatische Reinvestition von Dividenden oder Ausschüttungen an. Anleger, die den Zinseszinseffekt optimal nutzen möchten, müssen Erträge manuell wieder anlegen.

15. Keine internationalen Überweisungen

Das Trade Republic-Konto unterstützt nur Zahlungen im SEPA-Raum in Euro. Internationale Überweisungen oder Zahlungen in Fremdwährungen sind nicht möglich, was insbesondere für Vielreisende oder internationale Investoren einen Nachteil darstellen kann.

16. Kaum Funktionen für technische Analysen

Der Fokus bei TP liegt auf einer einfachen Bedienung, wodurch fortgeschrittene Analysetools kaum vorhanden sind. So gibt es leider keine Möglichkeit, mehrere Wertpapiere in einem Chart zu vergleichen oder detaillierte technische Analysen durchzuführen.

Die vorhandenen Charts bieten nur grundlegende Funktionen wie die Anpassung des Zeitraums, aber keine Zeichenwerkzeuge oder Trendlinien. Wichtige Indikatoren wie gleitende Durchschnitte, RSI oder MACD fehlen, was für erfahrene Anleger ein Nachteil sein kann.

17. TP Girokonto - Kostenlose Abhebungen erst ab 100€ 

Mit dem Girokonto von Trade Republic kann man weltweit kostenlos Bargeld abheben, allerdings nur ab einem Betrag von 100 Euro. Bei Abhebungen unter dieser Grenze fällt eine Gebühr von 1 Euro an. Das ist zwar fair, aber kann unpraktisch werden, wenn man im Ausland nur kleinere Summen benötigt.

In solchen Fällen könnte man mehr abheben, als man eigentlich braucht, und müsste das überschüssige Geld später umtauschen – was zusätzliche Kosten verursachen kann. Ein Punkt, den man beim Reisen im Hinterkopf behalten sollte.

Fazit

Trade Republic ist gut, aber nicht perfekt.

Trade Republic bietet eine einfache und günstige Möglichkeit, in Aktien und ETFs zu investieren. Doch die fehlende Handelsplatz-Auswahl, der eingeschränkte Support und die limitierten Funktionen machen die Plattform für aktive Trader weniger attraktiv.

Wer mehr Flexibilität, eine breitere Produktpalette oder fortgeschrittene Handelsstrategien sucht, sollte Alternativen in Betracht ziehen. Bevor Du Dich für Trade Republic entscheidest, lohnt es sich, die Nachteile genau zu analysieren und mit Deinen Anlagezielen abzugleichen.

Alternativen

Ob Trade Republic oder ein anderer Anbieter besser für Dich geeignet ist, hängt ganz von Deinen individuellen Zielen ab. Möchtest Du langfristig Vermögen aufbauen, aktiv traden oder Dich auf bestimmte Anlageklassen wie Krypto oder ETFs konzentrieren? Jeder Broker hat seine Stärken und Schwächen – die Wahl sollte zu Deiner Strategie passen.
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