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Was du über die Vorabpauschale wissen musst.

Die Vorabpauschale ist ein wichtiger Aspekt in der Besteuerung von Kapitalerträgen aus Investmentfonds und ETFs, der seit 2018 in Kraft ist. Dieses Steuerinstrument kann erhebliche Auswirkungen auf deine Anlagestrategie haben, besonders wenn es um die Akkumulation von Vermögen durch Zinseszins geht. In diesem Beitrag erklären wir dir, was die Vorabpauschale genau ist, wie sie funktioniert und welche Strategien du anwenden kannst, um ihre Auswirkungen zu minimieren.

1. Die Gefahr des Zinseszinseffekts und seine Relevanz für ETFs und Fonds

Der Zinseszinseffekt, oft als das achte Weltwunder bezeichnet, beschreibt das Phänomen, bei dem Erträge aus Anlagen wieder angelegt werden, um weitere Erträge zu erzeugen. Bei ETFs und Fonds ist dieser Effekt besonders relevant, da die Erträge häufig reinvestiert werden und das investierte Kapital exponentiell wachsen kann. Im Gegensatz dazu werden Dividenden bei direkten Aktieninvestitionen in der Regel ausgeschüttet und nicht automatisch reinvestiert.

Wie kann man den negativen Einfluss der Vorabpauschale vermeiden?

Um den Einfluss der Vorabpauschale zu minimieren, ist es ratsam, in ETFs über einen Versicherungsmantel zu investieren, damit keine Vorabpauschale mehr fällig wird. Dann handelt es sich nämlich nicht mehr um Kapitalerträge, sondern um sonstige Einkünfte. Dies hilft, den Zinseszinseffekt zu maximieren und die steuerliche Bemessungsgrundlage effektiv zu nutzen, bis tatsächliche Ausschüttungen erfolgen.

2. Steuerliche Behandlung der Kapitalerträge

Die Besteuerung von Kapitalerträgen in Deutschland umfasst die Kapitalertragsteuer, den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Die Gesamtbelastung liegt dabei zwischen 28,375 % und 28,625 %.

Besonderheiten bei ETFs

Bei Aktien-ETFs gibt es eine Teilfreistellung von 30 %, wenn der ETF mehr als 51 % Aktien enthält. Bei einem geringeren Aktienanteil sinkt die Teilfreistellung auf 15 %. Diese Regelungen sollen die Besteuerung auf Unternehmensebene widerspiegeln und eine Doppelbesteuerung vermeiden.

3. Der Abzug der Steuer durch den Broker

Die anfallende Steuer wird üblicherweise direkt vom Broker abgezogen. Dies kann entweder über das Verrechnungskonto oder durch den Verkauf von Anteilen erfolgen. Diese Praxis vereinfacht den Prozess für Anleger, da keine separaten Zahlungen geleistet werden müssen.

4. Bedeutung der Depotgröße und des Sparer-Pauschbetrags

Die Steuerpflicht wird erst relevant, wenn die Depotgröße zwischen 56.000 Euro und 62.383 Euro liegt. Bis dahin deckt der Sparer-Pauschbetrag die meisten kleineren Gewinne ab. Es ist wichtig, dass du sicherstellst, dass der Freibetrag optimal genutzt und nicht ungenutzt gelassen wird, was durch die richtige Einstellung beim Broker gewährleistet werden kann.

5. Die Gleichstellung von thesaurierenden und ausschüttenden Fonds seit 2018

Seit der Reform der Investmentbesteuerung 2018 werden thesaurierende und ausschüttende Fonds gleich behandelt, was bedeutet, dass unabhängig von der Art der Ertragsverwendung Steuern anfallen können. Dies stellt sicher, dass alle Anlageformen fair besteuert werden und Investoren ihre Entscheidungen auf Basis der Anlagestrategie und nicht der steuerlichen Vorteile treffen.

Letztlich ist die Vorabpauschale ein komplexes Thema, das sorgfältige Planung und Verständnis erfordert. Durch strategische Entscheidungen und eine optimierte Anlageauswahl kannst du die Auswirkungen minimieren und deine Renditen maximieren.

Wenn dich die Informationen jetzt aber erstmal überfordert haben, dann schau dir dazu auch gerne unser YouTube-Video an oder trag dich hier zu einem kostenlosen Beratungsgespräch ein und wir erarbeiten gemeinsam eine steueroptimierte Investmentstrategie für dich. 

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